Druckfrisch liegt es ab Montag, 11. April, bei derzeit rund 30 Ausgabestellen in allen Stadtteilen von Groß-Umstadt aus, das Buch mit den Lebensgeschichten von 20 Groß-Umstädter Mitbürgerinnen und Mitbürgern. Finanziert durch großzügige Spendengelder von Sparkasse Dieburg, Pentac Polymer, Lionsclub und Volksbank Odenwald, und herausgegeben vom Groß-Umstädter Museums- und Geschichtsverein e.V., kostet das Heft mit 92 Seiten Umfang eine kleine „Schutzgebühr“ von 2 Euro – oder gerne auch mehr! – einfach in das bereitstehende Spendenglas gesteckt.

Die Privatinitiative rund um die Ideengeberin Karin Rogalla, zu der auch Renate Filip, Peter Ditter und Reiner Michaelis gehören, hatte sich im vergangenen Sommer auf den Weg gemacht und im Laufe des vergangenen Winterhalbjahres – „Bevor´s vergesse werd …“ – 20 Bürgerinnen und Bürger im Alter über 80 Jahre interviewt. So kamen ganz persönliche Texte zustande mit Erinnerungen, Erfahrungen, Begegnungen … keine objektive Zeitgeschichte, aber doch beeindruckende Lebensläufe.

Erhältlich ist das Buch an unten aufgeführten Stellen, erkennbar an einem kleinen Plakat und einem Spendenglas für die 2 Euro Schutzgebühr. Dieses kleine Geld soll ggf. für einen Nachdruck oder als Spende an den Gruberhof verwendet werden:
Dorndiel: Metzgereifiliale Grassau, Ortsvorsteher Karl-Heinz Dührig, ev. Kirchengemeinde
Heubach: Einkaufslädchen Frau Neuroth
Kleestadt: Bäcker Vogel, Hofladen Selzer, Ortsvorsteherin Marina Glorius, ev. Kirchengemeinde
Klein-Umstadt: Kauftreff Frau Liebscher, ev. Kirchengemeinde
Raibach: Ortsvorsteherin Claudia Harms, ev. Kirchengemeinde
Richen: Bäckerei Heberer, ev. Kirchengemeinde
Semd: Semmer Markt, Bäckerei Friedrich, Ortsvorsteher Dieter Ohl, Frauenhilfe (ev. Kirchengemeinde)
Umstadt: Umstädter Bücherkiste, Eisen Schulz, Erdbeerhof Münch, Sparkasse Dieburg, Ortsvorsteherin Miriam Mohr, Seniorentreff der Stadt, Seniorenbeirat Karin Rogalla, ev. Kirchengemeinde, kath. Kirchengemeinde
Wiebelsbach: Metzgerei Keiter, Spirituosen Otzberg Kräuterbitter, Ortsvorsteher Karl-Heinz Prochaska

Zwei Jahre Corona-Pause, kein Publikum, keine spielenden Kinder, keine Live-Musik und kein frisches Brot aus dem Steinofen … da freut man sich auf normale Zeiten. Und eigentlich sollte es am Ostermontag, am 18.04.2022 soweit sein. Inzwischen hat der Vorstand des Museums- und Geschichtsvereins e.V. entschieden, den Saisonauftakt auf Pfingstmontag, 06. Juni 2022, zu verschieben.

Derweil reinigen viele fleißige Mitglieder die Ausstellungsräume, manches ist neu zu ordnen und zu beschriften, so dass beim ersten Publikumsbesuch alles bestens vorbereitet sein wird.

Groß-Umstadt rühmt sich seines historischen Stadtbildes, seiner sehenswerten Gebäude und der Kulturgeschichte, die heute noch beim Stadtrundgang entweder imposant oder nur angedeutet im Détail zu entdecken sind. Achten Sie einmal auf die schmucken Häuser und den Häuserschmuck: Wie ist das entstanden? Warum sieht das so aus, wie es aussieht? Wer hat dort gelebt und gewirkt?

Im aktuellen Band 14 der Buchreihe „autmundisstat – Beiträge zur Geschichte“ erzählen wir u.a. die Geschichte der Bismarckstraße, heute Carlo-Mierendorff-Straße, erarbeitet und zusammengestellt von Gisela Menge. Sie schildert auf 50 reich bebilderten Seiten, warum es Ende des 18. Jahrhunderts erste Ansätze zur Öffnung der Vorstadt über die Befestigungsanlagen hinaus gab, was geschah, nachdem der Wall geschleift und die Gräben verfüllt waren. In dieser Zeit gab es erste Interessenten für eine Ansiedlung außerhalb der Mauern – doch die Besitzverhältnisse waren schwierig, auch hatten die Pächter natürlich kein Interesse an der Besiedlung des guten Ackerlandes.

Es war Zimmermann Benedikt Eldracher, der im Jahr 1812 fest entschlossen war, vor dem Dieburger Tor sein Wohnhaus zu errichten. Nach viel Hin und Her zwischen Stadt und der großherzoglichen Regierung durfte er 1817 das erste Gebäude am nördlichen Eingang zur späteren Bismarckstraße errichten, das spätere Gasthaus Eidmann. Weitere einzelne Gebäude folgten, im Jahr 1879 entstand das Amtsgerichtsgebäude auf der gegenüberliegenden Seite.

Insbesondere danach, in der Zeit von 1882 bis 1912 siedelten sich außer drei landwirtschaftlichen Anwesen überwiegend Gewerbetreibende an: Kaufleute und Händler, Handwerker und Wirte mit Werkstätten, Ladengeschäften und Cafés. Sie verbanden in ihren oft stattlichen und wohlhabend anmutenden Häusern Wohnraum und Arbeitsstätte … günstig gelegen zwischen der alten Stadt und der notwendigen Mobilität, die der Bahnhof bot.

Im Februar 1892 erwarb die Stadt die für die neue Straße benötigten Grundstücke, meist Gärten mit Obstbaumbestand, und im bereits im April genehmigte das Großherzogliche Kreisamt die projektierte Bismarckstraße. Dass sie bis 1939 nicht befestigt war, tat ihrer Bedeutung keinen Abbruch, sorgte aber über Jahrzehnte bei Anliegern und Nutzern für erheblichen Ärger und Protest. Im Jahr 1939, also 47 Jahre nach Anlage der Straße, wurde sie gepflastert.

In der Nachkriegszeit wurden alle Plätze und Straßen, deren Bezeichnung mit dem Nazi-Regime und militärischer Gesinnung belastet waren, umbenannt. So wurde aus der Bismarckstraße die Carlo-Mierendorff-Straße, in Würdigung des bekannten Widerstandskämpfers gegen das NS-Regime.

Band 14 erzählt auf 170 Seiten sechs verschiedene Geschichten. Er ist zum Preis von 16,50 € erhältlich, wie alle zuvor erschienenen Bücher zur Stadtgeschichte in der Umstädter Bücherkiste, im UmStadtBüro und HIER im Online-Shop.

Groß-Umstadt rühmt sich seines historischen Stadtbildes, seiner sehenswerten Gebäude und der Kulturgeschichte, die heute noch beim Stadtrundgang entweder imposant oder nur angedeutet im Détail zu entdecken sind. Achten Sie mal einfach auf die schmucken Häuser und den Häuserschmuck: Wie ist das entstanden? Warum sieht das so aus, wie es aussieht? Wer hat dort gelebt und gewirkt?

Der Umstädter Museumsverein arbeitet seit vielen Jahren mit dem historischen Stadtarchiv zusammen, und zahlreiche Mitglieder haben sich sehr intensiv mit der Umstädter Geschichte befasst und viele Schätze gehoben. Die sind nachzulesen in der Buchreihe „autmundisstat – Beiträge zur Geschichte“ (autmundisstat war mal der Name für Umstadt).

In der jüngsten Ausgabe erzählen wir, wie ein Zugereister, ein „Flouker“, seine Umstädter Wurzeln finde, was es mit der „Straßenspinne“ im Stadtwald auf sich hat, wie die Stadtbefestigung im 30-jährigen Krieg aussah, wie sich die Bismarckstraße zur Carlo-Mierendoff-Straße entwickelt hat, wo man „Verwehte Spuren“ des jüdischen Umstadts findet und welche Geschichte das Max-Planck-Gymnasium hat.

Folgen wir zum Beispiel Georg Brenner in den Umstädter Stadtwald: „Beinahe jeder Umstädter kennt die Stelle zwischen Rödelshäuschen und Parkplatz Zinshecke, wo 5 Wege in einem Straßenkreuz zusammenkommen – ein im Wald ungewöhnliches Bild. Die Kreuzung liegt am Klotzenberg, dort wo früher der Dorndieler Pflanzgarten war und ihm gegenüber die „Jägerbuche“ stand.

Jägerbuche mit dem OWK Groß-Umstadt um 1923

Hier begegnete und begegnet man ungezählten Wanderern, Ausflüglern, Nordic-Walkern, Radfahrern, Wallfahrern, gelegentlich auch Pferdekutschen und vielen anderen mehr, die diesen Waldbereich beleben und erleben. Das ist schon zur Römerzeit und auch in der Vorzeit so gewesen, denn seit über 2000 Jahren treffen sich an dieser Stelle alte Handels- und sogenannte ´Hohe Straßen´.

Vielleicht wären wir vor 650 Jahren, am Sonntag, 26. September 1367, an dem Wegkreuz der Altstraßen einer Gruppe von Mönchen begegnet. Denn an diesem Tag kamen sie vom Main und hatten in Mömlingen genächtigt. Zusammen mit ihrem Abt Altman vom Kloster Niederalteich passierten sie Umstadt und zogen weiter auf römischen „Hohen Straßen“ nach Ginsheim/Mainz. Von hier aus fuhren sie mit dem Schiff flussabwärts bis Köln. Und wieder waren sie auf ihre Füße angewiesen, bis sie Cambrai im Hennegau, heute Nordfrankreich, erreichten. Vier Wochen später kamen sie auf ihrer Rückreise wieder in unsere Stadt, verbrachten die Nacht wohl im Pfarrhof gegenüber der Stadtkirche. Das Wegstück nach Mömlingen und bis zum Main kannten sie schon …“

Dieser Band mit 170 Seiten – und alle zuvor erschienenen Bücher mit Umstädter Geschichte(n) – ist zum Preis von 16,50 € in der Umstädter Bücherkiste, im UmStadtBüro und HIER im Online-Shop erhältlich.

Zur Mitgliederversammlung am Freitag, dem 1. Oktober, waren 21 von 192 Mitgliedern gekommen, knapp 11 %. Etwas mehr als eine Stunde gab es Berichte, Neuwahlen und Ausblicke sowie viel Anerkennung und Applaus für das große Engagement der gewählten Vertreterinnen und Vertreter und besonders der vielen aktiven Helferinnen und Helfer, die trotz der Pandemie und der damit verbundenen Einschränkungen den Gruberhof am Leben gehalten haben.

Nach der allgemeinen Begrüßung in der großen Scheune, der „Kuhstall“ war wegen der geltenden Abstandsregeln zu klein, gab der Vorstand seinen Rechenschaftsbericht ab, den er mit lobenden Worten und großer Anerkennung für das, was „viele Mitglieder an Ideen, Energie und praktischer Hilfe eingebracht haben“ einleitete.

2020 schien, so der Rückblick, sowohl im ideellen Teil (Museum) wie im wirtschaftlichen Teil (Veranstaltungen, Bewirtung) wieder ein erfolgreiches Jahr zu werden. Zwei Vorträge der Umstädter Runde und das beliebte Heringsessen am Aschermittwoch konnten bereits bis Februar durchgeführt werden – und dann kam der Lock-Down. Alle großen Gastveranstaltungen rund um die Städtepartnerschaften, Feste anderer Vereine und politischer Parteien mussten ebenso wie die beliebten vereinseigenen Veranstaltungen zwischen der Saisoneröffnung an Ostern bis zum Adventsmarkt am 2. Dezemberwochenende abgesagt werden. Auch 2021 wurde es nicht besser, und so entschloss sich der Vorstand, auch für dieses Jahr alle Veranstaltungen abzusagen.

Im Stillen ging aber die Arbeit weiter. Der Vorstand und die Umstädter Runde tagten seit März 2020 regelmäßig online. Trotz erschwerter Arbeitsbedingungen wurde als neues Buch der Umstadt-Reihe der Sonderband über den Umstädter Architekten Bickelhaupt herausgegeben. Auch einige der geplanten baulichen und museumsbezogenen Projekte wurden trotz aller personellen Einschränkungen umgesetzt. So fand der Grabstein Hermann Bickelhaupts seinen Platz im Gruberhof, über der großen Scheune entstand ein neuer Ausstellungsbereich von 150 Quadratmetern, die Ausstellungen im Wohnhaus wurden aktualisiert und bereinigt, und auch der Bauerngarten wurde wieder auf Vordermann gebracht.

Nicht minder erfreulich war und ist die Entwicklung nach Innen: Fast alle Mitglieder hielten dem Verein die Treue, und die Mitgliederzahl ist mit 192 stabil.

Der langjährige Kassenwart Volker Stenger stellte dann die Umsatzzahlen des letzten Geschäftsjahres vor. Alles in allem hat der Verein hervorragend gewirtschaftet und ein erfreuliches Plus in den Büchern, das für die weitere Entwicklung im und rund um den Museumsbetrieb aber auch schon verplant ist. Die Kassenprüfer bescheinigten dem „Rechner“ eine einwandfrei aufgestellte und sehr gut nachvollziehbare Buchführung. Nach den Berichten und der Aussprache dazu wurde der Vorstand einstimmig entlastet.

Einen längeren Zeitraum nahmen dann die Neuwahlen für den Vorstand ein, zum ersten Mal seit der Änderung der Organisationsstruktur im Jahre 2017. Der geschäftsführende Vorstand – einstimmig gewählt – setzt sich nun zusammen aus:

  • 1. Vorsitzender: Reiner Michaelis
  • 2. Vorsitzender: Reiner Schütz
  • Kassierer: Volker Stenger
  • Schriftführer: Arnold Straub

Auch die Wahl der beiden Kassenprüfer ging reibungslos über die Bühne. Wolfgang Achtmann, der das Amt vom verstorbenen Bernd Diehl kommissarisch übernommen hatte, wurde für ein weiteres Jahr bestätigt und wird gemeinsam mit der neu gewählten Kassenprüferin Ingrid Grubmüller auf die Geldflüsse der Vereinskasse achten.

Der neugewählte Vorstand. Von Links: Kassierer Volker Stenger, 2. Vorsitzender Reiner Schütz, 1. Vorsitzender Reiner Michaelis und Schriftführer Arnold Straub.

Mit einem Ausblick ging die sachliche und durchaus kurzweilige Vollversammlung zu Ende. In diesem und im nächsten Jahr, kündigte Reiner Michaelis an, werde weiter an der Entwicklung und Erweiterung des Museums gearbeitet. Selbstverständlich werden die beliebten Veranstaltungen wieder eingeplant, inwieweit diese aber durchgeführt werden können muss aber die Entwicklung der Pandemie zeigen.

Der neue 1. Vorsitzende dankte für die gelungene Mitgliederversammlung und verabschiedete alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer in schöne Herbsttage.